Institut für Siedlungswasserwirtschaft
der RWTH Aachen

Abschluss des China-Projektes WAYS: Workshop im Rahmen eines Teilprojektes erfolgreich durchgeführt

Im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes WAYS „Zukunftsfähige Technologien und Dienstleistungen für das Wasser- und Ressourcenmanagement am oberen Yangtze in Sichuan“ hat das ISA das Teilprojekt M7 „Regionales Entsorgungs- und Verwertungskonzept für kommunale und industrielle Klärschlämme“ bearbeitet.

Ziel des Teilprojektes M7 ist die Erstellung eines Konzeptes für die Entsorgung der in Sichuan anfallenden Klärschlämme. Besonders im Fokus stehen dabei die kommunalen Klärschlämme. Für diese wurde vom ISA auf Ebene der Provinz Sichuan sowie für die Stadt Chengdu in den letzten Jahren ein Konzept zur Behandlung und Entsorgung erstellt.

Während der Durchführung des Projektes hat das ISA mit den lokalen Partnern sehr erfolgreich zusammengearbeitet, so dass hochwertige Konzepte entwickelt werden konnten. In enger Abstimmung mit den chinesischen Projektpartnern wurde eine gemeinsame Abschlussveranstaltung für das WAYS- Teilprojekt M7 geplant und am 08.07.2016 im Regierungsgebäude der Stadt Chengdu durchgeführt. Hierzu konnten mehr 90 Teilnehmer aus der Umweltbehörde, der Wasserbehörde, der Umweltakademie der Stadt Chengdu, aus den Universitäten, aus den Kläranlagen in Chengdu sowie aus verschiedenen Umweltunternehmen begrüßt werden.

Zunächst haben Herr Lin, der stellvertretende Amtsleiter der Umweltbehörde der Stadt Chengdu und Herr Prof. Firk im Namen von Herrn Prof. Pinnekamp die Teilnehmer begrüßt. Danach stellte Herr Yang, der Abteilungsleiter für die Industrieüberwachung der Umweltbehörde der Stadt Chengdu, die Situation der Abwasser- und Klärschlammentsorgung in Chengdu vor. Im Anschluss hielt Herr Prof. Firk einen Vortrag über die heutige Klärschlammentsorgung des Wasserverbands Eifel Rur und künftige Veränderungen durch neue gesetzliche Reglungen. Abschließend präsentierte Dr. Yao die Ergebnisse des WAYS-ISA-Teilprojektes einschließlich einer Perspektive der Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern. Nach den Vorträgen hat eine intensive Diskussion stattgefunden. Die chinesischen Teilnehmer zeigten ein außerordentliches Interesse zu Themen der Klärschlammentsorgung bzw. Phosphor-Rückgewinnung, was die Bedeutung dieser Themen in China für die nahe Zukunft unterstreicht.

Im Rahmen des ISA-Teilprojektes M7 wurden Prognosen des Klärschlammanfalls für die Provinz Sichuan bzw. die Stadt Chengdu erstellt. Danach soll der Klärschlammanfall im Jahr 2020 bei 314.000 t TS/a (Provinz Sichuan)bzw. 110.000 t TS/a (Stadt Chengdu) liegen. Entsprechende Entsorgungskonzepte wurden unter besonderer Berücksichtigung der Phosphorressourcenschonung erarbeitet.

Die Stadt Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan mit ca. 12 Mio. registrierten Einwohnern. Es handelt sich um einen ausgeprägten Industriestandort. Damit einhergehend ist mit erhöhten Schwermetallgehalten sowie erhöhten Schadstoffbelastungen des Abwassers und des Klärschlamms zu rechnen. Eine landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm wurde vor diesem Hintergrund seitens der Stadt Chengdu nie vorgenommen, sondern die Reststoffe aus der Abwasserreinigung wurden hauptsächlich auf Deponien entsorgt. Bereits im Jahr 2011 war die Kapazität der Klärschlammmonodeponie in Chengdu weitgehend erschöpft. Eine Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Wertstoffe hat somit bisher in keiner Weise stattgefunden. Die Monoverbrennung von Klärschlamm wird seit 2013 an einem Standort im Süden Chengdus im Probebetrieb durchgeführt. Die Kapazität der Anlage beträgt 400 Mg Originalsubstanz je Tag bzw. 80 Mg TS/d. Die aktuelle Kapazität ist für die anfallenden Schlämme jedoch bei weitem nicht ausreichend. Eine Ausweitung der Monoverbrennung wurde seitens des ISA der RWTH Aachen vor dem Hintergrund einer umweltgerechten Entsorgung des Klärschlamms als wissenschaftliches Ergebnis im Rahmen des Teilprojektes M7, für die Metropolregion Chengdu empfohlen. Aus den entstehenden Aschen bietet sich somit auch für China der Ansatzpunkt für die Rückgewinnung von Phosphor.

Der chinesische Projektpartner (Sichuan Universität) und der deutsche Projektpartner (ISA der RWTH Aachen) planen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit und weitere gemeinsame Forschungsarbeiten auf Basis des nun vorliegenden Entsorgungskonzeptes. Im Rahmen des Workshops haben beide Seiten den Willen für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.

 

Begrüßung durch Herrn Lin, stellvertretender Amtsleiter der Umweltbehörde Chengdu
Vortrag von Prof. Firk
Vortrag von Dr. Yao
Diskussion