Institut für Siedlungswasserwirtschaft
der RWTH Aachen

Pack die Badehose ein…. Abschluss des BMBF-Vorhabens „Sichere Ruhr“

Noch versucht sich derzeit der Winter, aber der nächste Sommer naht, und wenn man die vergangenen Jahre als Maßstab sieht, wird das Wetter an einigen Tagen zum Baden in den Flüssen Nordrhein-Westfalens einladen. Diese Abkühlung ist jedoch in den Fließgewässern unseres Bundeslandes verboten. Da das Bad im Fluss für viele so attraktiv ist, nehmen einige Unerschrockene Durchfälle und Hauterkrankungen in Kauf, indem sie das Verbot ignorieren. Das Verbundprojekt „Sichere Ruhr – Badegewässer und Trinkwasser für das Ruhrgebiet“ untersuchte seit Anfang 2012, was aus wissenschaftlicher Sicht dafür getan werden kann, das Badeverbot zumindest zeitweilig aufzuheben. Zum Ende des Jahres 2015 wurde das Projekt abgeschlossen.

In vier Jahren Projektlaufzeit ermittelte das ISA im Rahmen des Konsortiums aus elf Partnern aus Universitäten, Vertretern des Ruhrverbandes und eines Wasserwerks sowie privatwirtschaftlicher Unternehmen relevante Eintragspfade von Bakterien, Viren und Parasiten in die Ruhr und suchte nach Wegen, diese zu begrenzen. Dazu wurden auch Versuche zur Desinfektion von Kläranlagenabläufen und Mischwasserentlastungen durchgeführt und Maßnahmen vorgeschlagen, die zu einer Verbesserung der mikrobiologischen Wasserqualität in der Ruhr führen sollen.

Im Zuge des Projektes wurden durch die Projektpartner in den Jahren 2012 und 2013 an 24 Tagen und acht Probenahmestellen Beprobungen der Ruhr durchgeführt. Um die relevanten Eintragspfade zu ermitteln, wurde in einem ersten Schritt der Zusammenhang zwischen den gemessenen Konzentrationen der Mikroorganismen in der Ruhr und den Niederschlagsereignissen untersucht. Die Ergebnisse der Messungen, die während Trockenwetters gemacht wurden, lagen unterhalb der Grenzwerte der Badegewässerrichtlinie. Die Messungen nach einem Niederschlagsereignis wiesen jedoch eine deutlich angestiegene Konzentration der Mikroorganismen in der Ruhr auf. Mischwasserentlastungen und diffuse Quellen beeinflussen somit die Ruhrwasserqualität.

Eine Bilanzierung der Frachteinträge von Escherichia coli innerhalb der Badesaison in dem betrachteten Ruhrabschnitt ergab, dass bei Trockenwetter die Kläranlagen die maßgeblichen Einleiter sind. Bei Regenwetter entstammt der größte Anteil der deutlich erhöhten mikrobiellen Belastung aus den Mischwasserentlastungen.

Weitere Informationen und Publikationen zum Projekt finden sich unter

http://www.isa.rwth-aachen.de/forschung/abgeschlossene-projekte/sichere-ruhr und unter www.sichere-ruhr.de